Samstag, 18. Februar 2006
Freitag, den 17.2. Menschenrechte
Luiz Inacio Lula da Silva, der brasilianische Praesident, hat heute morgen die Vollversammlung des Oekumenischen Rates besucht, um alle Teilnehmer in Porto Alegre zu begruessen. Gleichzeitig bedankt er sich fuer die wichtige Arbeit der Kirchen weltweit.

Der heutige Tag stand heute fuer mich unter dem Thema 'Menschenrechte'. Bereits waehrend der oekumenischen Gespraeche berichtete Bischof Aldo Etchegoyen aus Argentinien ueber die Zeit der Militaerregierung von 1976 bis 1983. Waehrend dieser Zeit wurden Menschen verfolgt und misshandelt und nicht selten sind sie verschwunden, ohne dass ihre Familien jemals etwas ueber ihren Verbleib erfahren haben.

Ein wesentlicher Bestandteil der Vollversammlung sind die 'Mutiraos'. Mutirao ist ein vielfaeltiges Programm, das die Teilnehmer inspirieren, herausfordern und begeistern soll. In diesen workshops wird ueber unterschiedliche Themen informiert und anschliessend darueber diskutiert.
Heute nachmittag hat der Mutirao-workshop zum Thema "Menschenrechte und die Kirchen -
Der Schrei der Menschen von Westpapua nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden" stattgefunden.
West-Papua ist der westliche Teil der Insel Neu-Guinea. 1963 wurde es von Indonesien besetzt, nach einer langen Kolonialgeschichte unter den Hollaendern. Seit dieser Zeit hat Indonesien der indigenen Bevoelkerung ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht anerkannt.
West-Papua ist ein reiches Land mit vielen Bodenschaetzen wie Gold, Silber und Kupfer, trotzdem kommen diese Gewinne der Bevoelkerung nicht zugute. 90% der indigenen Bevoelkerung ist christlich.
Nach dem Fall Suhartos wurde ein Gesetz fuer eine besondere Form der Autonomie auf den Weg gebracht. Trotzdem gibt es weiterhin Menschenrechtsverletzungen und Gewalt.
In dem Plenum des workshops berichteten Vertreter der indigenen Bevoelkerung, der indonesischen Kirche, aber auch Vertreter der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) aus Europa und Afrika ueber ihre Erfahrungen. Bischof Kameeta aus Namibia, der selbst den langen Prozess der friedlichen Auseinandersetzung in Namibia erlebt hat, betonte, dass Militaer und Gewalt nicht zu Loesungen fuehren . Militaer kann Widerstand nicht zum Schweigen bringen. Wichtiger ist es, dass beide Konfliktpartner in gerechte und ehrliche Verhandlungen eintreten.
Die Kirchen in der weltweiten Oekumene haben hier die Aufgabe, auf Menschenrechtsverletzungen oeffentlich hinzuweisen und Stellung zu beziehen.
Menschenrechtsarbeit sollte in allen Landeskirchen eine wichtige Rolle spielen.

Das Thema 'Gewalt ueberwinden' steht fuer morgen auf der Tagesordnung.

Helga Rau

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