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Freitag, 24. Februar 2006
Donnerstag, den 23. Februar 2006 Letzter Tag der Vollversammlung
w.schneider, 04:08h
Tausende Christen aus vielen Nationen haben sich zur 9. Vollversammlung in Porto Alegre versammelt. 10 Tage lang wurde gemeinsam gesungen, gebetet, diskutiert und ueber das Thema der Vollversammlung nachgedacht. Gebete, Bibelarbeiten und Gottesdienste zu unterschiedlichen Themen und gestaltet von unterschiedlichen Kirchen praegten die Veranstaltung.
Heute - in den letzten Plenargeschaeftssitzungen -wurden ueber die Themen der zukuenftigen Arbeit des Oekumenischen Rats der Kirchen beraten und Konsens erzielt.
Im Mittelpunkt steht dabei die Botschaft der 9. Vollversammlung . Es ist ein gemeinsames Gebet, in dem wir uns an Gott wenden. Wir bitten ihn um seinen Segen und dafuer, dass wir uns fuer die Arbeit in seiner Kirche und an unserem Naechsten oeffnen und engagieren.
Der grosse Abschlussgottesdienst, in dem die neuen Mitglieder des Zentralausschusses den Segen fuer ihre zukuenftige Arbeit erhalten, war erfuellt von Freude und Verbundenheit.
Die brasilianischen Lieder stimmten uns alle wehmuetig, denn es heisst nach dieser langen gemeinsamen Zeit Abschied nehmen.
Die Predigt von Pfarrerin Robina Winbusch aus der Presbyterianischen Kirche der USA, betonte mit vollem Engagement, dass Gottes Gnade Verwandlung bewirken kann. Sie benennt Beispiele von Personen und Gruppen, die durch ihr Engagement bereits heute Lebenssituationen verbessern. So wird bereits hier Veraenderung durch Gottes Gnade sichtbar.
Die Besucher des Gottesdienstes sind begeistert von dieser Predigt und ich bin davon ueberzeugt, dass diese Aufbruchstimmung mit nach Hause genommen wird.
So heisst es heute Koffer packen und Abschied nehmen von Porto Alegre, der suedamerikanischen Stadt, die uns so gastfreundlich aufgenommen hat.
Wir sind dankbar fuer diese Zeit und die vielen guten Erfahrungen, Gespraeche und Freundschaften.
Moege dieses gemeinsame Gebet der Vollversammlung uns auch zukuenftig auf unseren Wegen begleiten:
God in your grace, through the love of your son Jesus Christ and the breath of the Holy Spirit, you create and sustain your universe.
Together we turn to you in prayer for it is you who unite us.
Helga Rau
Heute - in den letzten Plenargeschaeftssitzungen -wurden ueber die Themen der zukuenftigen Arbeit des Oekumenischen Rats der Kirchen beraten und Konsens erzielt.
Im Mittelpunkt steht dabei die Botschaft der 9. Vollversammlung . Es ist ein gemeinsames Gebet, in dem wir uns an Gott wenden. Wir bitten ihn um seinen Segen und dafuer, dass wir uns fuer die Arbeit in seiner Kirche und an unserem Naechsten oeffnen und engagieren.
Der grosse Abschlussgottesdienst, in dem die neuen Mitglieder des Zentralausschusses den Segen fuer ihre zukuenftige Arbeit erhalten, war erfuellt von Freude und Verbundenheit.
Die brasilianischen Lieder stimmten uns alle wehmuetig, denn es heisst nach dieser langen gemeinsamen Zeit Abschied nehmen.
Die Predigt von Pfarrerin Robina Winbusch aus der Presbyterianischen Kirche der USA, betonte mit vollem Engagement, dass Gottes Gnade Verwandlung bewirken kann. Sie benennt Beispiele von Personen und Gruppen, die durch ihr Engagement bereits heute Lebenssituationen verbessern. So wird bereits hier Veraenderung durch Gottes Gnade sichtbar.
Die Besucher des Gottesdienstes sind begeistert von dieser Predigt und ich bin davon ueberzeugt, dass diese Aufbruchstimmung mit nach Hause genommen wird.
So heisst es heute Koffer packen und Abschied nehmen von Porto Alegre, der suedamerikanischen Stadt, die uns so gastfreundlich aufgenommen hat.
Wir sind dankbar fuer diese Zeit und die vielen guten Erfahrungen, Gespraeche und Freundschaften.
Moege dieses gemeinsame Gebet der Vollversammlung uns auch zukuenftig auf unseren Wegen begleiten:
God in your grace, through the love of your son Jesus Christ and the breath of the Holy Spirit, you create and sustain your universe.
Together we turn to you in prayer for it is you who unite us.
Helga Rau
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Donnerstag, den 23. Februar 2006
w.schneider, 03:46h
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Donnerstag, 23. Februar 2006
Friedensmarsch durch Porto Alegre, 21. Februar
w.schneider, 19:20h
"In Berlin sind wir marschiert - und die Mauer fiel. In Suedafrika sind wir marschiert - und die Apartheid endete. In Porto Alegre sind wir marschiert - und die Gewalt in Lateinamerika wird ueberwunden!" Mit diesen Worten von Desmond Tutu endete gerade nach brasilianischer Zeit um 22.30 Uhr der Friedensmarsch der 9. Vollversammlung durch Port Alegre, zu dessen Beginn die Kerze der "Dekade zur Ueberwinung von Gewalt" von Asien an Lateinamerika ueberreicht worden ist. 2007 wird die Kerze nach Europa kommen.
Der Tag begann mit einer interkonfesionellen Andacht im Gottesdienstzelt zum Text aus Johannes 4, der von Jesu Begegnung mit der Frau am Brunnen erzaelht. Das Wasser stand als Symbol im Mittelpunkt der Andacht und den Bibelgespraechen am Vormittag.
Neben mir sitzt im Gottesdienst Pfarrer Hendrik Shanazarian, ein prespyterianischer Christ, armenischer Abstammung aus dem Iran. 200 armenische Familien gibt es in der presbyterianischen Kirche, neben syrischen un persischen Familien.
Das 1. Plenum des Tages befasst sich mit dem Thema der Vollversammlung "Gott, in Deiner Gnade, verwandle die Welt". Zum 1. Mal ist das Themen-Plenum am Ende der Versammlung, um die Diskussion der vergangenen Tage aufzugreifen. Auf dem Podium sind Menschen aus unterschiedlichen Kirchen: Sarah aus Jamaika, die wegen schwerer Behinderung als Kind von ihren Eltern verstossen wurde, Gracia aus Bolivien, die mit AIDS infiziert ist, Paula aus der armenischen Kirche, die aus einer Kirche mit furchtbaren Verfolgungserfahrungen kommt, Carmen aus Canada, die zu den indigenen Voelkern Kanandas gehoert, Nancy aus Korea, die mit den Armen in Korea arbeitet, Leandro aus Argentinien, der sich mit den Fragen der Globalisierung auseinander setzt. Drei Fragen werden von den Poiumsteilnehmern aufgegrif fen: Wo sehnen Sie sich in Ihrem Leben nach der verwandelnden Gnade Gottes? Was koennen die Kirchen tun? Wie koennen die Kirchen Anwalt fuer Ihre Fragen in dieser Welt werden? Am Ende wurde die Botschaft der 9. Vollversammlung an die Kirchen der Welt des Botschaft-Ausschusses verlesen, diskutiert und fuer die endgueltige Verabschiedung nochmals ueberarbeitet. Die Botschaft ist in Form eines Gebetes verfasst und hat den Aufbau: Dank an Gott, den Schoepfer, Schuldbekenntnis, Bitte um Erhoerung, Dank fuer das Zeugnis der Kirchen, Bitte um Verwandlung. Noch liegt der endgueltige Text nicht vor.
Auf dem Weg zum Mutiarao begegne ich einer von den vielen Stewards, Luisa Tuitavaka-Fusimalohi, polynesischer Abstammung von der Anglikanischen Kirche von Neu Seeland. Sie erzaehlt mir, wie wichtg die Arbeit der Jugendlichen in der Oekumene im Pazifik genommen wird.
Im Mutiaro treffe ich auf Elisabeth Raiser, die zusammen mit Barbara Robra einen Film ueber 6 Frauen aus der ganzen Welt gedreht hat. Mit Musik von Flois Knolle-Hicks erzaehlt der Film in beeindruckener Weise von den Erfahrungen der Frauen, wie sie ihren Glauben leben und welche Bedeutung er hat: ein einfacher, einfuehlsamer Film, der Mut macht zu glauben und darum im guten Sinn missioanrisch ist. Ein Workshop gibt, ebenfalls im Mutuiaro, Einblick in die geistlichen Bewegungen: Taize, Iona, San Egidio, Armee Gottes aus Rumaenien und andere Gruppen, die die Oekumene auf kraeftige Weise vorantreiben.
Das 2. Plenum des Tages befasst sich mit dem Programm des OERK fuer die naechsten Jahre. Auch das war zunaechst eine erste Lesung und wird morgen nochmals vorgelegt, nachdem die Delegierten ihre Aenderungsvorschlaege eingebracht haben. Nun wird das Konsensverfahren allmaehlich eingeuebt, nicht immer blicken die Delegierten ganz durch, aber im Grossen und Ganzen fangen Moderation und Plenum an, Tritt zu fassen.
Grossen Aerger bereiten jetzt hauptsaechlich die Nominierungen der 150 Delegierten fuer den Zentralausschuss. Im 3. Plenum wurde die 2. Lesung des Nominirungsausschusses vorgenommen. Den Jugendlichen waren Hoffnungen gemacht worden auf eine Quote von 25% (statt der ueblichen 15 %) und ausserdem ein Jugendpraesident versprochen worden. Nun sind sie sehr enttaeuscht, da das so nicht zu verwirklichen ist. Es soll aber nach Wegen gesucht werden, die Bedeutung der jungen Leute staerker zu verankern.
Der Abendgottesdienst im Zelt wird von Lateinamerikanern gestaltet, bei lateinamerikanioschen Rhythmen wird Bibel und Kerze in das Zelt getragen und eines der vielen schoenen Lieder aus dem Gottesdienstbuch dazu gesungen.
Auf dem Rueckweg im Bus sitze ich neben Emmanuel Motsami, dem Jugendsekretaer des Nationalen Kirchenrates aus Botswana. Er arbeitet im Tsholofelong Programm zur Rehabilitierung von jungen Straffaelligen und gefaehrdeten Jugendlichen. Tsholofelong ist ein Wort in Setswana, einer Sprache in Botswana, und heisst auf deutsch: Ort der Hoffnung. Hier in Port Alegre sind 4 junge Maenner dieser Organisation, die afrikanische Taenze auffuehren.
Dann aber beginnt auch schon der Marsch fuer den Frieden "Happy are they who promote peace, transforming the world" oder auf portogiesisch " Feliz quem promove a paz, transformando o mundo" mit der Botschaft von Desmond Tutu.
Aus Porto Alegre gruesst Barbara Rudolph, Geschaeftsfuehrerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland
Der Tag begann mit einer interkonfesionellen Andacht im Gottesdienstzelt zum Text aus Johannes 4, der von Jesu Begegnung mit der Frau am Brunnen erzaelht. Das Wasser stand als Symbol im Mittelpunkt der Andacht und den Bibelgespraechen am Vormittag.
Neben mir sitzt im Gottesdienst Pfarrer Hendrik Shanazarian, ein prespyterianischer Christ, armenischer Abstammung aus dem Iran. 200 armenische Familien gibt es in der presbyterianischen Kirche, neben syrischen un persischen Familien.
Das 1. Plenum des Tages befasst sich mit dem Thema der Vollversammlung "Gott, in Deiner Gnade, verwandle die Welt". Zum 1. Mal ist das Themen-Plenum am Ende der Versammlung, um die Diskussion der vergangenen Tage aufzugreifen. Auf dem Podium sind Menschen aus unterschiedlichen Kirchen: Sarah aus Jamaika, die wegen schwerer Behinderung als Kind von ihren Eltern verstossen wurde, Gracia aus Bolivien, die mit AIDS infiziert ist, Paula aus der armenischen Kirche, die aus einer Kirche mit furchtbaren Verfolgungserfahrungen kommt, Carmen aus Canada, die zu den indigenen Voelkern Kanandas gehoert, Nancy aus Korea, die mit den Armen in Korea arbeitet, Leandro aus Argentinien, der sich mit den Fragen der Globalisierung auseinander setzt. Drei Fragen werden von den Poiumsteilnehmern aufgegrif fen: Wo sehnen Sie sich in Ihrem Leben nach der verwandelnden Gnade Gottes? Was koennen die Kirchen tun? Wie koennen die Kirchen Anwalt fuer Ihre Fragen in dieser Welt werden? Am Ende wurde die Botschaft der 9. Vollversammlung an die Kirchen der Welt des Botschaft-Ausschusses verlesen, diskutiert und fuer die endgueltige Verabschiedung nochmals ueberarbeitet. Die Botschaft ist in Form eines Gebetes verfasst und hat den Aufbau: Dank an Gott, den Schoepfer, Schuldbekenntnis, Bitte um Erhoerung, Dank fuer das Zeugnis der Kirchen, Bitte um Verwandlung. Noch liegt der endgueltige Text nicht vor.
Auf dem Weg zum Mutiarao begegne ich einer von den vielen Stewards, Luisa Tuitavaka-Fusimalohi, polynesischer Abstammung von der Anglikanischen Kirche von Neu Seeland. Sie erzaehlt mir, wie wichtg die Arbeit der Jugendlichen in der Oekumene im Pazifik genommen wird.
Im Mutiaro treffe ich auf Elisabeth Raiser, die zusammen mit Barbara Robra einen Film ueber 6 Frauen aus der ganzen Welt gedreht hat. Mit Musik von Flois Knolle-Hicks erzaehlt der Film in beeindruckener Weise von den Erfahrungen der Frauen, wie sie ihren Glauben leben und welche Bedeutung er hat: ein einfacher, einfuehlsamer Film, der Mut macht zu glauben und darum im guten Sinn missioanrisch ist. Ein Workshop gibt, ebenfalls im Mutuiaro, Einblick in die geistlichen Bewegungen: Taize, Iona, San Egidio, Armee Gottes aus Rumaenien und andere Gruppen, die die Oekumene auf kraeftige Weise vorantreiben.
Das 2. Plenum des Tages befasst sich mit dem Programm des OERK fuer die naechsten Jahre. Auch das war zunaechst eine erste Lesung und wird morgen nochmals vorgelegt, nachdem die Delegierten ihre Aenderungsvorschlaege eingebracht haben. Nun wird das Konsensverfahren allmaehlich eingeuebt, nicht immer blicken die Delegierten ganz durch, aber im Grossen und Ganzen fangen Moderation und Plenum an, Tritt zu fassen.
Grossen Aerger bereiten jetzt hauptsaechlich die Nominierungen der 150 Delegierten fuer den Zentralausschuss. Im 3. Plenum wurde die 2. Lesung des Nominirungsausschusses vorgenommen. Den Jugendlichen waren Hoffnungen gemacht worden auf eine Quote von 25% (statt der ueblichen 15 %) und ausserdem ein Jugendpraesident versprochen worden. Nun sind sie sehr enttaeuscht, da das so nicht zu verwirklichen ist. Es soll aber nach Wegen gesucht werden, die Bedeutung der jungen Leute staerker zu verankern.
Der Abendgottesdienst im Zelt wird von Lateinamerikanern gestaltet, bei lateinamerikanioschen Rhythmen wird Bibel und Kerze in das Zelt getragen und eines der vielen schoenen Lieder aus dem Gottesdienstbuch dazu gesungen.
Auf dem Rueckweg im Bus sitze ich neben Emmanuel Motsami, dem Jugendsekretaer des Nationalen Kirchenrates aus Botswana. Er arbeitet im Tsholofelong Programm zur Rehabilitierung von jungen Straffaelligen und gefaehrdeten Jugendlichen. Tsholofelong ist ein Wort in Setswana, einer Sprache in Botswana, und heisst auf deutsch: Ort der Hoffnung. Hier in Port Alegre sind 4 junge Maenner dieser Organisation, die afrikanische Taenze auffuehren.
Dann aber beginnt auch schon der Marsch fuer den Frieden "Happy are they who promote peace, transforming the world" oder auf portogiesisch " Feliz quem promove a paz, transformando o mundo" mit der Botschaft von Desmond Tutu.
Aus Porto Alegre gruesst Barbara Rudolph, Geschaeftsfuehrerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland
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Beschluesse und Begegnungen, 22.2.2006
w.schneider, 13:47h
Die zweite Woche der Vollversammlung ist gepraegt von Plena mit Beratungen und Beschluessen zu Vorlagen. Dies findet im etwas unterkuehlten Plenarsaal statt, waehrend es draussen sehr heiss ist.
Zur kuenftigen Arbeit des OERK: Er soll sich konzentrieren auf seine spezifische Rolle als weltweite Gemeinschaft von Kirchen und als fuehrende Kraft der einen oekumenischen Bewegung. Kooperation, Kommunikation und Projektarbeit sollen gefoerdert werden. Arbeitsschwerpunkte sollen sein: 1. Einheit, Spiritualitaet und Mission (in dieser Verbindung!), 2. Oekumenisches Lernen, 3. Weltweite Gerechtigkeit, 4. Ethische Stimme und prophetisches Zeugnis in der Welt (z.B. durch die Dekade zur Ueberwindung von Gewalt). Interreligioese Fragen und die Beteiligung von Jugendlichen sollen eine wichtige Rolle spielen.
Der neu gewaehlte Zentralauschuss, zu dem fuenf VertreterInnen der EKD gehoeren (Bischof Hein, Bischof Koppe, Pfrin. Bosien, Frau Biere, Pfr. Schuerer-Behrmann) und Pfr. Enns aus der Mennonitischen Kirche, wird daraus die Programme fuer die Arbeit in den kommenden Jahren entwickeln. Dabei werden auch die Berichte der "Oekumenischen Gespraeche" einbezogen.
Die Texte der Beschluesse wie auch von Vortraegen u.a. finden Sie unter: www.wcc-coe.org
Das gilt auch fuer die oeffentlichen Erklaerungen zu Lateinamerika, der UN-Reform, zu Terrorismus, humanitaeren Interventionen, zu den Karikaturen, zu Wasser und fuer die Erklaerung zur Einheit der Kirche.
In der Mittagspause kamen wir als EKHN-Gruppe zusammen, um unsere Beitrage fuer den Studientag zur Vollversammlung am 17. Maerz im Zentrum Oekumene in Frankfurt zu besprechen. Da wir viele unterschiedliche Veranstaltungen besucht haben -vieles fand parallel statt - und mit unterschiedlichen Rollen und Perspektiven wahrnehmen, finde ich Zusammenspiel und Diskussion sehr wichtig und interessant. Wie in der Vollversammlung selbst wird es auch in ihrer Einschaetzung darauf ankommen, unterschiedliche Stimmen zu hoeren!
Die Versammlung ist auch ein grosser oekumenischer Treffpunkt. Beim Essen oder in Kaffeepausen konnte ich gute Gespraeche mit VertreterInnen von Partnerkrichen und von oekumenischen Organisationen, Missionswerken und Entwicklungsorganisationen fuehren. Weitergeben moechte ich herzliche Gruesse aus Ghana, Korea (Sued und Nord) und Indonesien.
Zwischen all den Sitzungen war es auch schoen und sehr beindruckend, ein Projekt der Lutherischen Kirche mit Kindern aus armen Familien in der Nachbarstadt von Porto Alegre kennenzulernen.
Heute geht es zum Endspurt. Viele Beschluesse stehen noch an. Die Vollversammlung endet mit einem grossen Gottesdienst im Zelt. Das Leben feiern und gesendet werden zum gemeinsamen Zeugnis, das wird am Schluss stehen.
Ulrike Schmidt-Hesse
Zur kuenftigen Arbeit des OERK: Er soll sich konzentrieren auf seine spezifische Rolle als weltweite Gemeinschaft von Kirchen und als fuehrende Kraft der einen oekumenischen Bewegung. Kooperation, Kommunikation und Projektarbeit sollen gefoerdert werden. Arbeitsschwerpunkte sollen sein: 1. Einheit, Spiritualitaet und Mission (in dieser Verbindung!), 2. Oekumenisches Lernen, 3. Weltweite Gerechtigkeit, 4. Ethische Stimme und prophetisches Zeugnis in der Welt (z.B. durch die Dekade zur Ueberwindung von Gewalt). Interreligioese Fragen und die Beteiligung von Jugendlichen sollen eine wichtige Rolle spielen.
Der neu gewaehlte Zentralauschuss, zu dem fuenf VertreterInnen der EKD gehoeren (Bischof Hein, Bischof Koppe, Pfrin. Bosien, Frau Biere, Pfr. Schuerer-Behrmann) und Pfr. Enns aus der Mennonitischen Kirche, wird daraus die Programme fuer die Arbeit in den kommenden Jahren entwickeln. Dabei werden auch die Berichte der "Oekumenischen Gespraeche" einbezogen.
Die Texte der Beschluesse wie auch von Vortraegen u.a. finden Sie unter: www.wcc-coe.org
Das gilt auch fuer die oeffentlichen Erklaerungen zu Lateinamerika, der UN-Reform, zu Terrorismus, humanitaeren Interventionen, zu den Karikaturen, zu Wasser und fuer die Erklaerung zur Einheit der Kirche.
In der Mittagspause kamen wir als EKHN-Gruppe zusammen, um unsere Beitrage fuer den Studientag zur Vollversammlung am 17. Maerz im Zentrum Oekumene in Frankfurt zu besprechen. Da wir viele unterschiedliche Veranstaltungen besucht haben -vieles fand parallel statt - und mit unterschiedlichen Rollen und Perspektiven wahrnehmen, finde ich Zusammenspiel und Diskussion sehr wichtig und interessant. Wie in der Vollversammlung selbst wird es auch in ihrer Einschaetzung darauf ankommen, unterschiedliche Stimmen zu hoeren!
Die Versammlung ist auch ein grosser oekumenischer Treffpunkt. Beim Essen oder in Kaffeepausen konnte ich gute Gespraeche mit VertreterInnen von Partnerkrichen und von oekumenischen Organisationen, Missionswerken und Entwicklungsorganisationen fuehren. Weitergeben moechte ich herzliche Gruesse aus Ghana, Korea (Sued und Nord) und Indonesien.
Zwischen all den Sitzungen war es auch schoen und sehr beindruckend, ein Projekt der Lutherischen Kirche mit Kindern aus armen Familien in der Nachbarstadt von Porto Alegre kennenzulernen.
Heute geht es zum Endspurt. Viele Beschluesse stehen noch an. Die Vollversammlung endet mit einem grossen Gottesdienst im Zelt. Das Leben feiern und gesendet werden zum gemeinsamen Zeugnis, das wird am Schluss stehen.
Ulrike Schmidt-Hesse
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Dienstag, 21. Februar 2006
Kirchliche Einheit in Vielfalt
w.schneider, 07:03h
Montag, 20.02.06
Zum Tagesthema „Kirchliche Einheit“ wurden nicht nur zahlreiche Vorträge im Plenum der Vollversammlung gehalten, sondern auch die meisten Workshops am Montag bezogen sich auf dieses Thema.
„Diversity as a Basis for Unity“ – „Vielfalt als Grundlage für Einheit“ hieß der Workshop, den das Europäische Forum für Christliche Lesben- und Schwulengruppen angeboten hat, zu deren Gruppe wir gehören.
Über 80 WorkshopteilnehmerInnen diskutierten eineinhalb Stunden lang über das Thema Lesben und Schwule in den Kirchen des ÖRK. Nicht erst seit Porto Alegre – und nicht nur im ÖRK - löst dieses Thema kontroverse Diskussionen und erhitzte Debatten aus. „Lesben und Schwule werden in der Hölle brennen!“, sagte ein Delegierter schon am ersten Tag der Vollversammlung einem Bekannten von uns ins Gesicht. Solche Meinungen sind sicherlich selten, aber es gibt sie – auch beim ÖRK. Andere erleben wir dagegen als sehr offen und interessiert am respektvollen Austausch über das Thema.
Obwohl nach der Vollversammlung in Harare im Jahr 1998 ein Ausschuss zum Thema Menschliche Sexualität eingerichtet wurde, der noch in diesem Jahr einen Bericht veröffentlichen wird, ist das Thema auf der offiziellen Tagesordnung des ÖRK in Porto Alegre nicht zu finden.
Der Bedarf darüber zu reden, ist nach unserer Wahrnehmung seit Harare aber nicht kleiner geworden. Im Gegenteil. Die TeilnehmerInnen an unserem Workshop kamen aus allen fünf Kontinenten. Interessierte aus Brasilien, Chile, Argentinien, Mexiko und Bolivien waren genauso vertreten wie TeilnehmerInnen aus Kenia, Uganda, Nigeria, Südafrika, Indien, Südkorea, Australien, Kanada, den USA, Philippinen und aus vielen Europäischen Ländern. Sie gehörten einer Vielzahl verschiedener Konfessionen an – inklusive römisch katholisch und orthodox. Die Vielzahl der persönlichen und theologischen Meinungen lässt sich schon allein aus diesen Daten erahnen. Der Schwerpunkt des Workshops lag daher darauf, in kleinen Gruppen eigene Erfahrungen zum Thema Homosexualität auszutauschen. Es wurde darüber diskutiert, warum Vorurteile, Ausgrenzung und sogar Gewalt gegen Lesben und Schwule auch in christlichen Kirchen immer noch keine Seltenheit sind. Viele machten dafür vor allem Unsicherheit, Unwissenheit und Ängste verantwortlich. „Wenn wir nur über Lesben und Schwule reden statt mit ihnen, werden die Vorurteile und Ängste auch weiterhin bleiben“, sagte eine Frau von den Philippinen. „Deshalb ist es so wichtig, dass auch hier auf der Vollversammlung des ÖRK über dieses Thema geredet wird.“
Umso bedauerlicher ist es, dass es bisher nur in Arbeitsgruppen auf dem „Marktplatz“ möglich ist darüber zu diskutieren und nicht in den offiziellen Sitzungen des ÖRK. Erfreulich ist dagegen, dass Desmond Tutu, der ehemalige anglikanische Erzbischof von Südafrika, bei seinem Gastvortrag in der Plenumssitzung zum Thema „kirchliche Einheit“ Lesben und Schwule als Gottes Kinder und als Teil der kirchlichen Einheit ausdrücklich erwähnt hat. Für uns ist Desmond Tutus Rede ein Hoffnungszeichen. Bis der ÖRK seine solche Meinung teilt, ist es noch ein weiter Weg.
Kerstin Söderblom
Randi O. Solberg
Zum Tagesthema „Kirchliche Einheit“ wurden nicht nur zahlreiche Vorträge im Plenum der Vollversammlung gehalten, sondern auch die meisten Workshops am Montag bezogen sich auf dieses Thema.
„Diversity as a Basis for Unity“ – „Vielfalt als Grundlage für Einheit“ hieß der Workshop, den das Europäische Forum für Christliche Lesben- und Schwulengruppen angeboten hat, zu deren Gruppe wir gehören.
Über 80 WorkshopteilnehmerInnen diskutierten eineinhalb Stunden lang über das Thema Lesben und Schwule in den Kirchen des ÖRK. Nicht erst seit Porto Alegre – und nicht nur im ÖRK - löst dieses Thema kontroverse Diskussionen und erhitzte Debatten aus. „Lesben und Schwule werden in der Hölle brennen!“, sagte ein Delegierter schon am ersten Tag der Vollversammlung einem Bekannten von uns ins Gesicht. Solche Meinungen sind sicherlich selten, aber es gibt sie – auch beim ÖRK. Andere erleben wir dagegen als sehr offen und interessiert am respektvollen Austausch über das Thema.
Obwohl nach der Vollversammlung in Harare im Jahr 1998 ein Ausschuss zum Thema Menschliche Sexualität eingerichtet wurde, der noch in diesem Jahr einen Bericht veröffentlichen wird, ist das Thema auf der offiziellen Tagesordnung des ÖRK in Porto Alegre nicht zu finden.
Der Bedarf darüber zu reden, ist nach unserer Wahrnehmung seit Harare aber nicht kleiner geworden. Im Gegenteil. Die TeilnehmerInnen an unserem Workshop kamen aus allen fünf Kontinenten. Interessierte aus Brasilien, Chile, Argentinien, Mexiko und Bolivien waren genauso vertreten wie TeilnehmerInnen aus Kenia, Uganda, Nigeria, Südafrika, Indien, Südkorea, Australien, Kanada, den USA, Philippinen und aus vielen Europäischen Ländern. Sie gehörten einer Vielzahl verschiedener Konfessionen an – inklusive römisch katholisch und orthodox. Die Vielzahl der persönlichen und theologischen Meinungen lässt sich schon allein aus diesen Daten erahnen. Der Schwerpunkt des Workshops lag daher darauf, in kleinen Gruppen eigene Erfahrungen zum Thema Homosexualität auszutauschen. Es wurde darüber diskutiert, warum Vorurteile, Ausgrenzung und sogar Gewalt gegen Lesben und Schwule auch in christlichen Kirchen immer noch keine Seltenheit sind. Viele machten dafür vor allem Unsicherheit, Unwissenheit und Ängste verantwortlich. „Wenn wir nur über Lesben und Schwule reden statt mit ihnen, werden die Vorurteile und Ängste auch weiterhin bleiben“, sagte eine Frau von den Philippinen. „Deshalb ist es so wichtig, dass auch hier auf der Vollversammlung des ÖRK über dieses Thema geredet wird.“
Umso bedauerlicher ist es, dass es bisher nur in Arbeitsgruppen auf dem „Marktplatz“ möglich ist darüber zu diskutieren und nicht in den offiziellen Sitzungen des ÖRK. Erfreulich ist dagegen, dass Desmond Tutu, der ehemalige anglikanische Erzbischof von Südafrika, bei seinem Gastvortrag in der Plenumssitzung zum Thema „kirchliche Einheit“ Lesben und Schwule als Gottes Kinder und als Teil der kirchlichen Einheit ausdrücklich erwähnt hat. Für uns ist Desmond Tutus Rede ein Hoffnungszeichen. Bis der ÖRK seine solche Meinung teilt, ist es noch ein weiter Weg.
Kerstin Söderblom
Randi O. Solberg
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